Ist das Kultur oder kann das weg?

ein Podcast von Felix Grädler & Sarah Thöle

Ist das Kultur oder kann das weg? – Was ist eigentlich Kultur? Brauchen wir sie wirklich? Was gibt uns Kultur? Und was ist sie uns wert? Diese und viele andere Fragen soll der neue Audiopodcast von Sarah Thöle und Felix Grädler beantworten. Die Motivation zu diesem Podcast entstand während der Corona-Krise, als immer deutlicher wurde, dass sowohl der Kultur selbst als auch den Kulturakteur*innen eine Lobby und damit dringend benötigte Unterstützung der Politik fehlt. Gleichzeitig hat die Krise aber auch für eine neue Wertschätzung von kulturellen Einrichtungen und Angeboten gesorgt und eine gesellschaftliche Debatte über ihren Wert losgetreten. In diese Diskussion wollen wir einsteigen und sie mit unserem Podcast vorantreiben. Sarah Thöle ist freie Kulturschaffende und bewegt sich mit ihren Projekten immer wieder auf schmalen Pfaden zwischen Hoch- und Subkultur. Felix Grädler dagegen betreibt mit der halle02 eine der größten Musikspielstätten Süddeutschlands und ist glühender Vertreter des Live-Musik-Erlebnisses. Im Gespräch zwischen dem vermeintlich ungleichen Duo werden aktuelle und zeitlose Themen der Kultur diskutiert. Neue Ansätze werden entwickelt, um die Vielfalt der Kultur zu entdecken, Themen kritisch zu hinterfragen, Innovationen zu fördern und Missstände aufzuzeigen. Insiderwissen, gemischt mit flammender Begeisterung für Kultur, aber auch der kritische Blick auf verkrustete Strukturen sollen neue Sichtweisen auf Kulturarbeit hervorbringen. Der Podcast erscheint jeden dritten Sonntag im Monat und ist auf ca. 45 Minuten angelegt. Er erscheint auf Apple Podcast, Google, Amazon Music, Audible, Spotify & Deezer. Themen sind beispielsweise die Auswirkungen der Digitalisierung in der Musikbranche, das (veränderte) Ausgehverhalten junger Menschen, die milliardenschwere Sanierung von Opern und Schauspielhäusern, der kulturelle Wert von Ballermannmusik, Ansätze für eine zeitgemäße Kulturförderung, das Clubsterben uva. Podcasthörer können sich mit Feedback über den Mailkontakt: frage@istdaskultur.de beteiligen. Felix Grädler ist gebürtiger Heidelberger, 36 Jahre alt und geschäftsführender Gesellschafter der halle02 in Heidelberg. Seit 2014 sitzt er außerdem für Bündnis 90/Die Grünen im Heidelberger Gemeinderat und engagiert sich dort u.a. für die Themen Kultur- und Kreativwirtschaft, Mobilität und Digitalisierung. ​ mehr Infos unter: www.felixgraedler.de Sarah Thöle ist geboren und aufgewachsen in Heidelberg. Sie studierte Islamwissenschaft und Kunstgeschichte an der Universität Heidelberg und Medienkunst, Philosophie, Kunstwissenschaften und Szenografie an der Hochschule für Gestaltung in Karlsruhe. Nach ihrem Studium lebte sie sechs Jahre im ländlichen Raum Mexikos und arbeitet seitdem als freie Medienkünstlerin. mehr Infos unter: www.sarah-thoele.de read less
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Fasching, Fasnet, Karnval
21-02-2021
Fasching, Fasnet, Karnval
Fasching, Fasnet, Karneval - Wir machen uns die Welt, widdewidde wie sie uns gefällt carnem= Fleisch levare= wegnehmen ->„das Fleisch wegnehmen oder: die Nacht vor Fasching. Die Faschingstage stammen aus kirchlicher Tradition - es dreht sich immer um die Tage, die von schmutzigem Donnerstag bis Aschermittwoch in ihrer Hochzeit vor der kirchlichen Fastenzeit gefeiert wird. Traditionell beginnt die Faschingssaison am 11.11. um 11.11 Uhr. 
Wir sprechen in dieser Folge über verschiedene Bräuche der sogenannte fünften Jahreszeit, über die Unterschiede des Karneval in Rio zum rheinländischen Karneval in Köln, Düsseldorf oder Mainz und der schwäbisch-allemannischen Fastnacht in Süddeutschland. Die ersten Vorläufer des Karnevals wurden bereits vor 5000 Jahren in Mesopotamien gefeiert, im Land mit den ersten urbanen Kulturen. Eine altbabylonische Inschrift aus dem 3. Jahrtausend v. Chr. gibt Kunde davon, dass unter dem Priesterkönig Gudea ein siebentägiges Fest gefeiert wurde und zwar nach Neujahr als symbolische Hochzeit eines Gottes. Die Inschrift besagt: „Kein Getreide wird an diesen Tagen gemahlen. Die Sklavin ist der Herrin gleichgestellt und der Sklave an seines Herrn Seite. Die Mächtige und der Niedere sind gleichgeachtet.“ Hier wird zum ersten Mal das Gleichheitsprinzip bei ausgelassenen Festen praktiziert und dies ist bis heute ein charakteristisches Merkmal des Karnevals. Wir sprechen außerdem über die Vielfalt der Faschingstraditionen weltweit und wie die Traditionen fest aber gleichermaßen flexibel sind. Über Sexismus oder Blackfacing- Vorwürfe. Über die Verbindung zu scheinbar heidnischen Bräuchen und Ritualen sowie das erschaffen von Ritualen und Tradition. Aber wir diskutieren auch über die Vielfalt und Bedeutung der Laien- und Breitenkultur und die Rolle des Ehrenamts in unserer (Kultur-) Gesellschaft. Wir sprechen auch darüber wie feiern hilft, Krisen zu überwinden und ein Grundbedürfnis des Menschen zu sein scheint, wieso wir aber in der Corona-Pandemie trotzdem nicht feiern konnten.
Theater, das Publikum und das Geld.
20-12-2020
Theater, das Publikum und das Geld.
Die deutsche Theaterlandschaft ist etwas einmaliges, doch oft sorgen die enormen Kosten für Gesprächsstoff: Die Elbphilharmonie wurde für 866 Millionen Euro gebaut. In Karlsruhe baut man für 500 Millionen, Mannheim benötigt voraussichtlich 240 Millionen, Stuttgart plant gar mit 1 Milliarde. Meist beansprucht das ortsansässige städtische Theater, die Stadtbibliothek, die Volkshochschule und das Museum der jeweiligen Stadt über 90% des Kulturhaushaltes. Dabei werden diese Kulturinstitutionen nur von 8% der Bevölkerung genutzt. Auf Basis einer repräsentativen empirischen Untersuchung zur sozialen Selektion des Bühnenpublikums aus dem Jahr 2016 von Tibor Kliment (Professor für Empirisches Medien- und Kulturmanagement an der Rheinischen Fachhochschule Köln) wird dies am Beispiel einer Umfrage an einem Städtischen Theater klar ersichtlich. Demnach verfügten 89% der Besucher über ein Studium oder zumindest über Abitur, knapp über 60% sind Beamte, leitende Angestellte oder Selbstständige und mit 66% stellen die über 50-Jährigen die mit Abstand größte Alterskohorte. Lediglich 17% der Besucher sind unter 34 Jahren alt. Seine Prognose für 2025 fallen dabei noch düsterer aus. Lag das Durchschnittsalter 2016 noch bei 58 Jahren, so geht er künftig von 65 Jahren aus. Die 800 Theater in Deutschland werden von Bund, Land und Kommunen mit 2,7 Milliarden Euro subventioniert. Das sind mindestens 78 € pro Karte. Doch reichen diese Zahlen aus, um den Mehrwert von Theatern für die Gesellschaft zu verstehen? Geht es wirklich nur darum möglichst viele Stücke auf die Bühne zu bringen, die bis auf den letzten Platz ausverkauft sind? Oder was leisten die 40.000 Mitarbeiter für unser Gemeinwohl?
Trailer2: Theater, das Publikum und das Geld.
11-12-2020
Trailer2: Theater, das Publikum und das Geld.
Wir diskutieren in der aktuellen Folge zum Thema: "Theater, das Publikum und das Geld". Die deutsche Theaterlandschaft ist etwas einmaliges, doch oft sorgen die enormen Kosten für Gesprächsstoff: Die Elbphilharmonie wurde für 866 Millionen Euro gebaut. In Karlsruhe baut man für 500 Millionen, Mannheim benötigt voraussichtlich 240 Millionen, Stuttgart plant gar mit 1 Milliarde. Meist beansprucht das ortsansässige städtische Theater, die Stadtbibliothek, die Volkshochschule und das Museum der jeweiligen Stadt über 90% des Kulturhaushaltes. Dabei werden diese Kulturinstitutionen nur von 8% der Bevölkerung genutzt. Auf Basis einer repräsentativen empirischen Untersuchung zur sozialen Selektion des Bühnenpublikums aus dem Jahr 2016 von Tibor Kliment (Professor für Empirisches Medien- und Kulturmanagement an der Rheinischen Fachhochschule Köln) wird dies am Beispiel einer Umfrage an einem Städtischen Theater klar ersichtlich. Demnach verfügten 89% der Besucher über ein Studium oder zumindest über Abitur, knapp über 60% sind Beamte, leitende Angestellte oder Selbstständige und mit 66% stellen die über 50-Jährigen die mit Abstand größte Alterskohorte. Lediglich 17% der Besucher sind unter 34 Jahren alt. Seine Prognose für 2025 fallen dabei noch düsterer aus. Lag das Durchschnittsalter 2016 noch bei 58 Jahren, so geht er künftig von 65 Jahren aus. Die 800 Theater in Deutschland werden von Bund, Land und Kommunen mit 2,7 Milliarden Euro subventioniert. Das sind mindestens 78 € pro Karte. Doch reichen diese Zahlen aus, um den Mehrwert von Theatern für die Gesellschaft zu verstehen? Geht es wirklich nur darum möglichst viele Stücke auf die Bühne zu bringen, die bis auf den letzten Platz ausverkauft sind? Oder was leisten die 40.000 Mitarbeiter für unser Gemeinwohl?