Ruhrpott Podcast

Jürgen Klute

Das Ruhrgebiet – etwas salopper auch als Ruhrpott bezeichnet – steckt seit den 1960er Jahren im Strukturwandel. Einen Wandel, den viele Menschen eher als Bruch erleben. Als Bruch in ihrer Lebensgeschichte und in ihrer Berufsbiografie. Der Ruhrpott Podcast will im Gespräch mit den Menschen in der Region diesen Prozess nachzeichnen, den Blick in die Geschichte des Ruhrpotts richten und auch in die Zukunft der Region. Und zwar mit Menschen aus sozialen Bewegungen, gesellschaftlichen Institutionen, Wissenschaft, Gewerkschaften, Kunst- und Kultur und Politik. read less
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Das "Woodstock of Postgrowth" – Ein Gespräch mit MdEP Helmut Scholz über die EP-Konferenz über klimaverträgliches Wirtschaften
29-05-2023
Das "Woodstock of Postgrowth" – Ein Gespräch mit MdEP Helmut Scholz über die EP-Konferenz über klimaverträgliches Wirtschaften
Heute schaut der Ruhrpott Podcast etwas über die Grenzen des Ruhrgebiets hinaus, und zwar Richtung Brüssel. Dort gab es Mitte Mai 2023 eine große Konferenz zum Thema „Beyond Growth“. Dabei geht es um die Frage, wie wir unsere Wirtschaft so umbauen können, dass sie klimaverträglich wird. Und da das Ruhrgebiet eines der wichtigsten Industrie- und Wirtschaftsregionen Europas ist, denke ich, dass es sinnvoll ist, auch hier auf dem Ruhrpott Podcast über diese Konferenz zu sprechen. Die rasant ansteigende Klimaerwärmung ist das drängendste und größte Problem, vor dem wir gegenwärtig stehen. Um einen weiteren Anstieg der Temperatur zu stoppen oder zumindest deutlich zu verringern, ist ein Umbau unserer Wirtschaft unumgänglich. Denn die Klimaerwärmung ist nach dem, was Klimawissenschaftlerinnen und Klimawissenschaftler derzeit sagen können, eindeutig eine Folge unserer auf fossilen Energieträgeren basierenden Wirtschaft. Welche Möglichkeiten derzeit denkbar sind, um unsere Wirtschaft umzubauen, darüber diskutierten rund 2.500 Menschen aus ganz Europa vom 15. bis 17. Mai 2023 im Europäischen Parlament in Brüssel unter dem Titel „Beyond Growth“. Zwanzig Abgeordnete des Europäischen Parlaments aus fünf Fraktionen (The Left, Greens/EFA, Socialists & Democrats, Renew Europe, European People’s Party) haben diese Konferenz vorbereitet und durchgeführt. In dieser Ausgabe des Ruhrpott Podcast spreche ich mit Helmut Scholz, einem der 20 MitorganisatorInnen und einer der SprecherInnen, über Ziele und Inhalte dieser Konferenz. Helmut Scholz (DIE LINKE) ist seit 2009 Mitglied des Europäischen Parlaments. Sein langjähriger Arbeitsschwerpunkt im Parlament sind die Handelspolitik und die internationalen Beziehungen der Europäischen Union. Schwerpunkt unseres Gesprächs ist die Rolle und Bedeutung der Handelspolitik für einen klimaverträglichen Umbau der globalen Wirtschaft. Da die Wirtschaft im Ruhrgebiet einerseits auf den Import von Rohstoffen und Energie angewiesen ist und andererseits auch viel für den Export produziert, dürfte dieses Thema auch für die hiesige Region spannend sein. --- Send in a voice message: https://podcasters.spotify.com/pod/show/europablog0/message
Jüdische Arbeitsmigration im Ruhrgebiet
03-12-2020
Jüdische Arbeitsmigration im Ruhrgebiet
Das Ruhrgebiet verdankt sich zu aller erst den Steinkohlevorkommen.  In seiner sozialen Gestalt ist es jedoch das Produkt eine gigantischen  Arbeitsmigration aus fast allen Regionen Europas und auch darüber  hinaus. Um 1815 lebten im Gebiet des heutigen Ruhrgebiets etwa 220.000 Menschen (Quelle: Regionalkunde Ruhrgebiet). Heute sind es etwas über 5 Millionen Menschen. Bei dem Stichwort Arbeitsmigration denken viele zunächst an die  polnischen und masurischen und und im Blick auf die Nachkriegszeit an  italienische, spanische, jugoslawische und türkische Zuwanderer und  Zuwanderinnen. Das es auch eine Arbeitsmigration von jüdischen Menschen – vor allem  aus Osteuropa – ins Ruhrgebiet gab, dass es jüdische Bergarbeiter gab,  das ist weitgehend unbekannt. Wissenschaftlich hat sich der Historiker  Ludger J. Heid mit diesem befasst. 2011 erschien im Essener Klartext  Verlag sein umfangreicher Band (716 Seiten) „Ostjuden. Bürger,  Kleinbürger, Proletarier. Geschichte einer jüdischen Minderheit im  Ruhrgebiet“. In dieser Ausgabe des Ruhrpott Podcast geht es um diesen Teil der  hiesigen Migriationsgeschichte. Mein Gesprächspartner ist allerdings  nicht Ludger Heid, sondern Thomas Ridder. Er ist wissenschaftlicher  Mitarbeiter und Kurator im Jüdischen Museum Westfalen in Dorsten. Ich wünsche Ihnen viel Spaß beim Zuhören. Jürgen Klute --- Send in a voice message: https://podcasters.spotify.com/pod/show/europablog0/message
10 Jahre danach – was ist geblieben? Ein Gespräch mit Oliver Keymis über die Europäische Kulturhauptstadt Ruhr 2010
24-09-2020
10 Jahre danach – was ist geblieben? Ein Gespräch mit Oliver Keymis über die Europäische Kulturhauptstadt Ruhr 2010
Es ist zehn Jahre her, dass Essen zusammen mit dem Ruhrgebiet unter  dem Titel „Ruhr 2010“ Austragungsort der Europäischen Kulturhauptstadt  war – gemeinsam mit Istanbul und dem ungarischen Pécs. Verbunden war dieses Projekt mit großen Hoffnungen, den Wandel der  Region von der alten Montanindustrie zu einer zukunftsfähigen  Wirtschaftsstruktur auf der Basis einer Kreativwirtschaft zu beflügeln. In diesem Podcast spreche ich mit Oliver Keymis aus der Rückschau von  heute über das, was die Europäische Kulturhauptstadt Ruhr 2010 war und  welche Spuren sie in der Region hinterlassen hat. Oliver Keymis ist  Vorsitzender des Kulturtausschusses des Landtags von  Nordrhein-Westfalen, kulturpolitischer Sprecher der Grünen im  nordrhein-westfälischen Landtags und einer der Vizepräsidenten des  Landtags. Der Blick in diesem Podcast richtet sich auf die Bedeutung der  Europäischen Kulturhauptstadt 2010 für die Region und wenig auf die  europäische Ebene. In der Region reiht sich dieses Projekt ein in eine  Linie mit der Internationalen Bauausstellung (IBA/Emscherpark) von 1989  bis 2010, der Grünen Hauptstadt Europas Essen 2017 sowie der grünen  Dekade, die 2017 mit der Internationalen Gartenausstellung (IGA) endet. Viel Spaß beim Zuhören wünscht Jürgen Klute Zur Person Keymis wurde 1960 in Düsseldorf geboren. Er studierte Philosophie,  Germanistik, Französisch und Politische Wissenschaften. Von 1986 bis  1991 arbeitete er freiberuflich als Regieassistent und Bildregisseur für  das Fernsehen. 1989 bis 1994 leitet er Seminare in Paris am  Weiterbildungsinstitut für künstlerische Berufe des französischen  Bildungsministeriums (GRETA). Zudem war Keymis seit 1989 freischaffend  als Regisseur an verschiedenen Landes-, Stadt- und Staatstheatern tätig.  Mitglied von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ist er seit 1997. Von 1998 bis 2014  war er sachkundiger Bürger im Kultur- und Planungsausschuss der Stadt  Meerbusch. Seit 2000 ist er Mitglied des nordrhein-westfälischen  Landtags und seit 2006 durchgehend einer der Vizepräsidenten des  Landtags. --- Send in a voice message: https://podcasters.spotify.com/pod/show/europablog0/message
Herne: Ein Stadtwald oder noch ein Technologiezentrum?
17-09-2020
Herne: Ein Stadtwald oder noch ein Technologiezentrum?
Einst wurde das Ruhrgebiet geprägt von Zechen, Kokereien, Hochöfen und Stahlwerken. Das ist längst Geschichte. Geblieben sind viele alte Industriebrachen, um deren Zukunft immer wieder gestritten wird. Eine dieser Industriebrachen liegt in Herne – Wanne-Eickel, süd-östlich des Wanne-Eickeler Hauptbahnhofs, der einst der größte Umschlagbahnhof für Steinkohle in Deutschland war. Es handelt sich um die Industriebrache „General Blumenthal“. Ursprünglich gehörte das Gelände zu der ersten Herner Steinkohlenzeche, zu der der 1856 von irischen und belgischen Investoren gegründeten Zeche Shamrock (englisch für „Kleeblatt“, dem irischen Nationalsymbol). Der erste Leiter der Schachtanlage war der aus Irland kommende William Thomas Mulvany. Die Schächte Shamrock 3, 4 und 11 wurden in der Zeit von 1890 bis 1957 süd-östlich des Wanne-Eickeler Bahnhofs abgeteuft. 1967 wurden diese Schächte mit der Recklinghäuser Zeche „General Blumenthal“ durch einen (untertägigen) Querschlag verbunden. Damals erfolgt auch die Umbenennung dieser Schachtanlage von "Shamrock" in "General Blumenthal". Bis 2001 diente dieser Standort als Förderort der Zeche „General Blumenthal“, zu der auch die Abbaugebiete in Haltern gehörten. Die in Haltern abgebaute Kohle wurde über eine Strecke von ca. 30 km untertage bis Wanne-Eickel transportiert und dort zutage gefördert. Auf dem Gelände liegt außerdem noch das ehemalige Steinkohlekraftwerk Shamrock, das später von Uniper übernommen und 2013 stillgelegt wurde. Seit einigen Jahren gibt es eine Debatte um die zukünftige Nutzung dieser Brache. Die Stadt Herne –  vor allem die Verwaltung und der Oberbürgermeister – wollen auf diesem Gelände unter dem Namen „International Technology World Herne“ ein Technologiezentrum ansiedeln, das mit einer Seilbahn mit dem Hauptbahnhof Wanne-Eickel verbunden werden soll. Die endgültige Entscheidung über die zukünftige Nutzung dieses Geländes steht noch aus. Herner Bürgerinnen und Bürger, die sich zu der Bürgerinitiative (BI) „Stadtwald Herne“ zusammengeschlossen haben, wollen dieses Gelände – wie der Name der Initiative sagt – als Stadtwald erhalten. Um ihrem Anliegen Nachdruck zu verleihen, hat die BI Stadtwald kürzlich einen Antrag an die Stadt Herne gestellt, einen durch ein Losverfahren zusammengesetzten Bürgerbeirat einzurichten, der Vorschläge für eine zukünftige Nutzung der Industriebrache „General Blumenthal“ entwickeln soll. In dieser Ausgabe des Ruhrpott Podcast erzählt Heinrich Kill, Sprecher der BI-Stadtwlad, weshalb die BI die Brache zu einem Stadtwald machen will und wie dieser Wald aussehen könnte. Außerdem erklärt Heinrich Kill, was es mit dem Bürgerbeirat und dem Losverfahren auf sich hat. Viel Spaß beim Zuhören wünscht Jürgen Klute --- Send in a voice message: https://podcasters.spotify.com/pod/show/europablog0/message
Vom evangelischen Gebetsverein zum Moscheeverein
28-08-2020
Vom evangelischen Gebetsverein zum Moscheeverein
In meinem ersten Interview mit Angelika Müller ging es um die Zuwanderung der Masuren ins Ruhrgebiet. Heute folgt die  im ersten Interview bereits angekündigte Fortsetzung. Darin geht es zum  Einen um die Rolle der Religion im Prozess der Aneignung der neuen  Lebens- und Arbeitswelt der Masuren im Ruhrgebiet. Sie waren oft sehr  fromme Lutheraner und Pietisten, die nicht einfach in das Bild der  offiziellen Landeskirche passten. Ihre religiöse Identität haben sie  sich deshalb abseits der offiziellen Kirchen in evangelischen und  evangelisch-lutherischen Gebetsvereinen bewahrt, die es bis heute im  Ruhrgebiet gibt. Im zweiten Teil des Gesprächs schlägt Angelika Müller einen Bogen zur  Bedeutung der Moschee-Vereine. Sie entstanden im Zuge der Zuwanderung  von muslimischen Menschen, die zum größeren Teil aus der Türkei kamen.  Auch für sie hat Religion eine Rolle bei der Aneignung der neuen Lebens-  und Arbeitswelt gespielt. Trotz aller Unterschiede zwischen den beiden  Religionen, die zunächst ins Auge fallen, gibt es doch eine Reihe  interessanter Ähnlichkeiten, die in der heutigen oft kontrovers  geführten Debatte zu Integration zur Versachlichung beitragen können.  Diese Ähnlichkeiten zeichnet Angelika Müller nach. Korrekturhinweis: Im Laufe des Gesprächs ist ein kleiner Fehler  aufgetaucht. An einer Stelle heißt es, dass die Mitglieder der  Gebetsvereine sich in der Regel Sonntags um 14 Uhr nach dem Gottesdienst  zum Kaffeetrinken im Gebetssaal trafen. Es muss heißen: Um 15 Uhr. Wir  bitten diesen kleinen Fehler zu entschuldigen. Viel Spaß beim Zuhören, Jürgen Klute Link zum Podcast: Und hier geht es zur Webseite von Angelika Müller --- Send in a voice message: https://podcasters.spotify.com/pod/show/europablog0/message